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Fragen & Antworten zu Haarersatz
Haarteil oder Perücke?
Wenn nur die Haare am Oberkopf betroffen sind (bei diffusem oder androgenetischem
Haarausfall), reicht ein Haarteil - egal ob sie teilweise oder ganz ausgefallen sind. Anders ist
es, wenn der gesamte Kopf betroffen ist (Chemo oder Alopecia Areata Totalis). Dann ist eine
Perücke erforderlich. Für manche Betroffene ist eine Perücke auch bequemer, da hier im
Gegensatz zum Haarteil, welches mit etwas Geschick in die Eigenhaare integriert werden
sollte, eine fast fertige Frisur zum Einsatz kommt. Viele entscheiden sich deshalb für eine
Perücke.
Ist eine permanente Befestigung sinnvoll?
Es gibt Haarteile, die abgenommen werden können und solche, die permanent befestigt
werden. Eine permanente Befestigung ist für viele vor allem aus psychischen Gründen
interessant. Ihre Kollegen und Freunde, selbst der Partner, sehen den Betroffenen nur mit
vollem Haar. Zu einer permanenten Befestigung sollten aber nur Frauen greifen, die - aus
welchem Grund auch immer - wirklich mehr Haare benötigen und voraussichtlich immer
Zweithaar tragen werden. Der Grund: Egal für welche Methode man sich entscheidet, das
Haarteil belastet das eigene Haar, weil es dort befestigt wird, mit Ausnahme der
Vollverklebung (Bonding, Erläuterung siehe unten). Eine permanente Befestigung erfordert
den regelmäßigen Besuch des Studios, denn sie muss alle vier bis sechs Wochen erneuert
werden. Der Zeitaufwand beträgt je nach Größe und Art ca. 1-2 Stunden. Ein Haarteil zum
permanenten Befestigen hält je nach Herstellungsart und Haarqualität zwischen 1-3 Jahre.
 
Wie wird ein Haarteil permanent befestigt?
- Zu den gängigsten Methoden gehört das "Hairweaving". Dabei werden etwa 30 bis 40   
  Haarsträhnen mit Fäden verwoben und anschließend mit dem Haarteil verbunden.
- Das "Micropoint"-Verfahren funktioniert ähnlich, allerdings wird dabei auf die verknotete
  Haarsträhne jeweils ein Klebepunkt angebracht, damit der Knoten nicht aufgeht.
- Eine weitere Methode nennt sich "MicroBellargo". Eigen- und Fremdhaar werden dabei mit
  weichen Hülsen miteinander verbunden.
- Bei allen genannten Methoden ist nach vier bis sechs Wochen aufgrund der nachwachs-
  enden Haare ein Service notwendig, bei dem das Haarteil gelöst und wieder neu befestigt  
  wird. Beim Verkleben (Vollbonding), bei dem der Haarträger mittels Hautkleber auf der
  Kopfhaut aufgebracht wird, ist dies meist schon nach 3-4 Wochen notwendig. Dafür müssen
  die Eigenhaare abrasiert werden.
Was spricht für abnehmbare Haarteile?
Abnehmbare Haarteile werden mit Clips befestigt. Da die Clips beim Liegen auf den Kopf
drücken und Spannung am Eigenhaar hervorrufen können, sollten sie nachts nicht getragen
werden. Ihr Vorteil: Sie müssen im Gegensatz zu den dauerhaft befestigten Haarteilen nicht
nach vier bis sechs Wochen erneut im Studio befestigt werden, sondern der Träger oder die
Trägerin befestigt das Zweithaar selbst. Natürlich müssen auch hier die Hinweise des
Zweithaarspezialisten befolgt werden, um Probleme am Eigenhaar zu vermeiden.
Gibt es die Perücke auch auf Rezept?
Bei krankheitsbedingtem oder therapiebegleitendem Haarausfall erhalten Sie Ihre Perücke
auf Rezept. Wenden Sie sich dazu an Ihren Facharzt. Die Abwicklung des Vorgangs mit der
Krankenkasse (Vertragspartner mit allen Krankenkassen) übernehmen wir für Sie.
Welche Haarqualität soll ich wählen?
Kunsthaare sind für eine dauerhafte Befestigung ungeeignet. Durch die Reibung beim Liegen
werden die Synthetik-Haare aufgeraut und splissig. Für abnehmbare Haarteile ist Synthetik
dagegen durchaus geeignet. Man sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, dass künstliche
Haare generell eine kürzere Lebensdauer (3-9 Monate) haben und auch nicht wie Echthaar
behandelt werden können.
Dagegen kann Echthaar wie gewohnt geföhnt und gegebenenfalls farblich behandelt werden.
Weit verbreitet ist bei uns neben europäischem Haar auch Echthaar aus Asien, vor allem aus
Indien. Der Nachteil: Da die Haare dicker und meistens auch dunkler sind als europäische
Haare, müssen sie für den europäischen Markt vorbehandelt werden. Die Haare müssen
deshalb intensiver gepflegt werden und haben trotzdem vergleichsweise eine kürzere
Lebensdauer. Während europäisches Haar bis zu drei Jahre getragen werden kann, muss
man asiatisches Haar aufgrund der Vorbehandlung in der Regel spätestens nach einem Jahr
ersetzen.
Kann ich meine Perücke schneiden?
Grundsätzlich sollten Sie den Schnitt einer Perücke nicht verändern, da das Haar so auf die
Tressen oder das Monofilament aufgebracht worden ist, dass man das Basismaterial nicht
sieht. Sollten Sie jedoch Kleinigkeiten verändern wollen, empfehlen wir Ihnen, unser
Zweithaarstudio aufzusuchen und sich dort von unserem kompetenten Personal helfen zu
lassen.
Wie frisiere ich meine Perücke?
Am besten frisieren Sie auf einem Perückenkopf, so dass nichts verrutschen kann.
Verwenden Sie hierfür eine unserer speziellen Bürsten und kämmen Sie Ihre Frisur nach
Ihren Wünschen. Je nach Belieben kann zum Abschluss etwas Gel oder Haarspray
verwendet werden.
Wie oft sollte ich meine Perücke waschen?
Scheuen Sie sich nicht davor, Ihre Perücke zu waschen. Generell hängt die Häufigkeit von
der Trageintensität ab. Waschen Sie Ihre Perücke bei täglichem Tragen etwa einmal pro
Woche.
Meine Kopfhaut juckt beim Tragen meiner Perücke.
Grundsätzlich muss sich jeder „Neuling“ erst an das Tragen einer Perücke gewöhnen. Tasten
Sie sich also langsam heran, indem Sie Ihre Perücke erst einmal zu Hause für wenige
Stunden aufsetzen. Steigern Sie sich allmählich, bis Sie Ihre Zweitfrisur nicht mehr spüren.
 
Ich habe noch Eigenhaar. Wird es durch die Perücke geschädigt?
Nein, Ihr Eigenhaar wird durch das Tragen einer Perücke nicht geschädigt.
 
Wie bewahre ich meine Perücke richtig auf?
Nach dem Tragen die Perücke auf einem Perückenkopf oder Perückenständer auslüften
lassen. Sie sollte nach Möglichkeit trocken und dunkel gelagert werden.
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